Geschichte

Dort, wo jetzt der idyllische See zum Verweilen und im Sommer zum Baden und Schwimmen lockt, lag unter dem Rasen ein riesiges Kieslager versteckt, das der damals noch ungebändigte Rhein wohl schon vor Jahrtausenden aus den Bündnerbergen hergewälzt und dort abgelagert hatte. Schon um das Jahr 1870 herum schöpften Fuhrleute mit Ross und Sandtrucken im Gebiet des heutigen Baggersees das reichlich vorhandene Kies in harter Handarbeit. Das Kies fand Verwendung für die Sicherung der ersten Schutzdämme am Rhein. Auch als 1909 zu Beginn der Arbeiten am Diepoldsauer Rheindurchstich die ersten Probedämme aufgeschüttet wurden, griff man auf dieses grosse Kieslager zurück.

Die entstehende Vertiefung im Gelände füllte sich gleich mit Grund- und Rheindruckwasser. So ergab sich nach und nach ein Weier von beachtlichem Ausmass mit einer Länge von fast 500 Metern und einer Breite von stellenweise mindestens 100 Metern. Anfänglich war die Breite um mehr als einen Drittel grösser als heute. In den Nachbardörfern um den See redete man zwar etwas geringschätzig vom "Baggerloch". Heute ist es das wohl schönste Naturbad der Ostschweiz, von Einheimischen liebevoll den Kosenamen "Baggerli" erhalten.

Im Winter 1921/22 redete man bereits davon, dass das herrliche "Baggerli" wieder zugeschüttet werden sollte. Im Herbst 1922 wurde vom Rheindurchstich her ein Gleis zu dem vom Verschwinden ernstlich bedrohten See erstellt. Schon bald zogen täglich Dutzende von Zügen mit Erde und Kies vom alten Rhein her, um dieses nicht mehr gebrauchte Material in den See zu kippen. Eine kleine Gruppe von Baggerseefreunden aus Marbach schlug Alarm.

Ein wohlbegründetes Gesuch um Einstellung der Auffüllarbeiten an die Rheinregulierungs-Kommission hatte Erfolg. Die Rheinbauleitung schlug zudem vor, das Gelände einer zu bildenden Genossenschaft oder einem noch zu gründenden Verein abzutreten. Innert wenigen Tagen beschloss das Initiativkomitee, das Angebot der Rheinbauleitung anzunehmen und die verlangte Trägerorganisation als Verein zu gründen. Am 11. Januar 1923 hat im Rest. "Oberes Bad" in Marbach die Gründungsversammlung des "Vereins zur Erhaltung des Baggersees" stattgefunden.

Ein Hauptanliegen des Vereins ist, die ganze Anlage in ihrer Natürlichkeit zu bewahren und gleichwohl attraktiv zu bleiben. Zwei inzwischen ausgeführte Bauvorhaben sind vor allem erwähnenswert. Die zunehmende Verunkrautung in den 80-er Jahren machte dem Vereinsvorstand grosse Sorgen. 1993 konnte dem Übel Einhalt geboten werden, indem der See bis auf eine Tiefe von 8 - 10 Metern ausgebaggert wurde. Mit der Inbetriebnahme des neuen Gebäude-Komplexes mit Kiosk und Küche, WC-Anlagen und Garderoben im Jahre 1997 konnte eine grosse Gesamtsanierung abgeschlossen werden.

Festschrift 100-Jahre

Zum 100-Jahr-Jubiläum "Baggerseeverein Marbach" im Jahre 2023 wurde eine ausführliche Festschrift mit der ganzen Geschichte der letzten 100 Jahre erstellt. Falls Sie interessiert sind, können Sie diese Festschrift als pdf-Datei herunterladen: 



Erläuterungen zur Festschrift.pdf